Oberschule ''Gotthold Ephraim Lessing'' Lengenfeld

 

 

6.  Die  Lengenfelder Schule in der Nachkriegszeit und in der DDR (1945 bis 1990)

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges atmeten die  Menschen in unserem idyllischen Lengenfeld auf und sehnten sich nach Frieden,  Ruhe und Geborgenheit. Langsam begann das Leben sich zu normalisieren.
Für das Schulwesen in Lengenfeld war es ein  Glück, dass die Schulgebäude die Schrecken des Krieges nahezu unbeschadet  überstanden hatten. So begann, aufgrund eines Sonderbefehles der SMAD unter  Marschall Shukow für die sowjetische Besatzungszone und somit auch in  Lengenfeld, am 1.Oktober 1945 wieder der Schulbetrieb.
Zwölf Lehrer, sieben Männer und fünf Frauen, organisierten unter der Leitung  von Karl Effenberg und Fritz Seidel einen einigermaßen geordneten Unterricht.
Am 31.12.1945 wurden jedoch alle ehemaligen  Lehrer entlassen, und Johanna Eger übernahm bis 1947 die Leitung unserer  Schule. Danach kam es zu einem häufigen Wechsel der Schulleiter: 1947 bis  1948  Willi Tisch, 1948 bis 1950  Gerhard Seidel, 1950 bis 1952  Helmut Reißmann.

Osmar  Morgner
Ab dem Jahre 1952 wurde Osmar Morgner  Direktor der Lengenfelder Schule. Durch seine engagierte Arbeit entwickelte  sich die Schule kontinuierlich weiter zu einer gern besuchten  Bildungseinrichtung.
Mit ihm hatte die Stadt Lengenfeld einen  Schuldirektor, der es verstanden hat, Illusionen wahr werden zu lassen. Während  seiner Amtszeit stiegen die Schülerzahlen auf über 1200 an. Die Schule platzte  aus ihren Nähten. So musste kurzfristig in den 50er Jahren eine Klasse in die  damalige Hilfsschule in der Grün ausgelagert werden. Teile des Bodens der  „Oberen Schule“ wurden zu Unterrichtsräumen umge- baut. So wurde dort im  damaligen Zimmer 19 Biologie unterrichtet. In dem durch Schränke, Regale und  Vitrinen abgetrennten Raum hatte Hermann Gerisch sein Domizil. Er bereicherte  seinen Unterricht mit unzähligen Anschaumaterialien. Viele ausgestopfte Tiere  waren vorhanden, selbst ein Krokodil.

 

Curt Gerber, Walter Constin, Osmar Morgner, Wolfgang BrauCurt Gerber, Walter Constin, Osmar Morgner, Wolfgang Brau

Noch heute tragen viele  Anschauungsobjekte seine Handschrift. In den Nebenräumen waren die Werkräume  untergebracht. Im Keller der „Oberen Schule“ gab es viele Jahre eine eigene  Schulküche und einen Speiseraum.
Ein weiterer Meilenstein war der Umbau des  ehemaligen Tbc-Heimes zur „Parkschule“. Neun Klassen - je zwei Klassen der  Klassenstufen eins bis vier und eine fünfte Klasse wurden hier unterrichtet. Die Ausgliederung des polytechnischen Unterrichts für die Klassen 7 und 8 in  die Poststraße und für die Klassen 9 und 10 in die damalige Baumwollspinnerei,  später in die Filztuchfabrik gegenüber, brachte den Schülern verbesserte  Ausbildungsbedingungen.

Der Bau des Lehrschwimmbeckens unter der alten  Turnhalle gehört zu den Meisterwerken, die Osmar Morgner vollbracht hat. Welche  Schule hatte und hat schon Gleichwertiges vorzuzeigen? Das Schützenhaus wurde  zum „Außerschulischen Zentrum“ umgebaut, hier waren Räume für die  Arbeitsgemeinschaften Segelflug und Segeln (auf der Talsperre Pöhl)  untergebracht und der Saal wurde als dritte Turnhalle genutzt. Auch der Umbau  der ehemaligen Gaststätte  „Sächsischer  Hof“ zur Schülergaststätte und zum Schulhort, nicht zu vergessen die baulichen  Maßnahmen, die notwendig waren, um Schulgartenunterricht in der Weststraße und  an der Oststraße durchführen zu können, lagen in seiner Amtszeit. Mit ihm hatte  die Stadt einen Lehrer und Schulleiter, der mit seinem baulichen Sachverstand  und Organisationsvermögen in seinem 40-jährigen Wirken das Schulwesen in  Lengenfeld geprägt hat, das   seinesgleichen sucht. Dafür sei ihm an dieser Stelle Dank gesagt.

 

Curt  Gerber
Lehrer Curt Gerber hatte als Mineraloge das  Niveau eines hervorragenden Wissenschaftlers. Seine unwahrscheinlich große  Gesteinssammlung (ca. 20.000 Exemplare) schenkte er der Mineralogischen Abteilung  des Naturkundemuseums der Humboldt-Universität Berlin. Hier steht eine große  Vitrine, in der einige der schönsten Exemplare zu bewundern sind. Auf einem  Schild kann man lesen, dass ein Lengenfelder Bürger, Lehrer dieser Stadt, diese  Steine gesammelt und bestimmt hat. Auf seinen Wanderungen, die immer mit Steine  suchen verbunden waren, hat der Kunstgeschichtelehrer Wolframiterz in der Nähe  des Ortes Pechtelsgrün gefunden. Er teilte den damaligen Behörden die extrem  starke Häufigkeit des Erzes in der Nähe des Höllberges mit, und so kam es dort  zur Gründung der Wolframitgrube. Auch die Entstehung des Lengenfelder  Heimatmuseums verdanken wir ihm.

Lengenfeld hatte und hat hervorragende  Persönlichkeiten in der Lehrerschaft, die sich für die Jugend engagierten, aber  sich auch für das Gemeinwohl dieser Kleinstadt einbrachten. Viele hätten eine  eigene Laudatio verdient. Stellvertretend für alle, außer den schon genannten,  seien hier nochmals erwähnt:

Ernst  Oskar Strunz war 41 Jahre Schulleiter in Lengenfeld. Er schrieb u.a. in einem Buch  auf, was jeder Lehrer in jeder einzelnen Stunde in jedem Fach in jeder  Klassenstufe zu lehren hatte, dieses Buch liegt im Lengenfelder Museum.
        Ein weiterer verdienstvoller Lehrer  Lengenfelds war Curt Ruttloff. Neben  seiner Lehrtätigkeit wirkte er auch als Kantor und Komponist. Als solcher schuf  er das Heimatlied „Mein Lengenfeld“. Und welcher echte Lengenfelder kennt nicht Hermann Gerisch, schon mehrfach  in diesem Heft erwähnt, Ehrenbürger unserer Stadt? Als Biologielehrer interessierte  er sich sehr für die Natur. Besonders die Schmetterlinge hatten es ihm angetan,  die er voller Leidenschaft sammelte. Dabei gelang es ihm sogar, eine neue Art  zu entdecken. Mit gleichem Engagement führte er das Heimatmuseum weiter. Wer  erinnert sich nicht gern an den Besuch in diesem Museum mit der Schulklasse,  wenn Hermann Gerisch durchs Museum führte? Außerdem war er der Verfasser  zahlreicher Schriften, Herausgeber vogtländischer Mundartgedichte, Vorsitzender  des Lengenfeld Kulturbundes, Herausgeber des „Reichenbacher Kalenders“ und …  Für sein heimatverbundenes Wirken wurde in Lengenfeld eine Straße nach ihm  benannt. Nicht unerwähnt bleiben soll Ernst  Gruner, Musiklehrer und Leiter vieler Chöre der Schule und der Stadt. Er  leitete so viele Musikarbeitsgemeinschaften an der Schule, dass manche  glaubten, die Lengenfelder Schule sei eine Musikschule. Und wenn es um Fragen  des Sports ging, dann war Oberlehrer Kurt  Wagner die richtige Adresse. Mit vollem Einsatz engagierte er sich für den  Sport an der Schule und in ganz Lengenfeld. Die Titel, die unsere Schüler mit  seiner Hilfe gewannen, sind nicht mehr zu zählen. Und außerdem leistete er die  meisten NAW-Stunden beim Bau des Lehrschwimmbeckens. Rainer Rorarius verstand es hervorragend, die Mathematik den  Schülern zu vermitteln. Viele methodische didaktische Vorgehensweisen hat er  ausgearbeitet und seinen Kollegen an der Schule zur Verfügung gestellt, sie  aber auch in Fachzeitschriften veröffentlicht. Nach einem schweren persönlichen  Schicksalsschlag arbeitete er in der Forschungsabteilung des VEB Baumechanik.  Als Hauptdezernent der Stadt Lengenfeld hat er einen großen Anteil am Neuaufbau  einer modernen Stadtverwaltung. Abschließend soll noch Oberlehrer Gottlfried Seltmann erwähnt werden,  dessen Herz insbesondere der Literatur und der Kultur gehört. Viele Jahre  leitete er die Rezitatoren-Arbeitsgemeinschaften. Für ihre Auftritte in der  Öffentlichkeit erhielten die Rezitatoren stets viel Beifall. Seit einigen  Jahren leitet er den Lengenfelder Kulturbund. Er organisierte und organisiert  auch heute noch viele Kulturbundgespräche zu interessanten Themen mit  prominenten Persönlichkeiten, die stets gut besucht waren und sind und zu einer  Institution wurden.
Die Liste wird sicherlich in Festschriften  kommender Jubiläen erweiterbar sein!

Hermann Gerisch mit seinen Schülern bei Präparationsarbeiten in der Arbeitsgemeinschaft „Zoologie und Botanik“Hermann Gerisch mit seinen Schülern bei Präparationsarbeiten in der Arbeitsgemeinschaft „Zoologie und Botanik“

In der Nachkriegszeit wechselten auch die  Lehrer sehr häufig. Manche Klassen hatten fünf und mehr verschiedene Klassenlehrer  in einem einzigen Schuljahr. Dieser Umstand brachte viel Unruhe und  Unsicherheit in die Schulstuben und erschwerte das Lernen.
        Eine weitere Schwierigkeit der  damaligen Zeit war wieder einmal die große Schulraumnot. Obwohl die Schülerzahl  durch die Umsiedler und Vertriebenen stark zugenommen hatte, stand zunächst nur  die „Obere Schule“ zur Verfügung, wo zudem noch die Berufsschule mit zwei  Lehrern und 70 Schülern untergebracht war. Unter der Leitung von Wolfgang Ebert  belegte diese aber bald die „Untere Schule“. Einige Grundschulklassen wurden  sogar eine Zeit lang wieder in der Grüner Schule unterrichtet. 1951 zog die  Berufsschule nach Grün um. Nach deren Auflösung 1952 wurde ein Jahr später in  der Grüner Schule die Sonderschule eingerichtet. Hier wurden bis 1978 Schüler  der Klassen 1 bis 4, 5 und 6 sowie 7 und 8 klassenübergreifend unterrichtet.  

Die Schüler der unteren Klassen wechselten 1978 nach Mylau, während die der  Oberstufe blieben und 1981 nach Reichenbach umzogen.
Trotz aller Probleme entwickelte sich langsam  ein neues Schulwesen. Die Lehrbücher und Lehrmittel mussten neu beschafft  werden. Durch viele Weiterbildungen wurden die Neulehrer in ihrem Wissen und in  der didaktisch-methodischen Unterrichtsführung immer sicherer und erfahrener.  Positiv wirkte sich hierbei auch aus, dass alte Lehrer nach und nach wieder  eingestellt wurden. Ab 1953 gab es in Lengenfeld keinen wesentlichen  Lehrerwechsel mehr, und somit konnte jeder Klassenlehrer seine Klasse vier  Jahre lang betreuen.
In dieser Zeit entstand der Schulhort im  Grundstück der früheren Wentzels Fabrik. Es wurden Ferienprogramme organisiert,  und zur Schulzeit erhielten die Kinder eine warme Mahlzeit.Als 1954 die  Schönbrunner Kinder ab der Klassenstufe 5 mit dem Schulbus nach Lengenfeld  kamen, wurde unsere Schule Zentralschule. Ein Jahr zuvor wurde mit dem Aufbau  der Zehnjahresschule in Lengenfeld begonnen. Bereits ab dem 1.September 1955  erhielt unsere Schule durch einen Ministerratsbeschluss den Status einer  „Mittelschule“ – damit waren wir im damaligen Kreis Reichenbach die erste  Schule dieser Art. Diese Tatsachen zeigen, dass die Schule in Lengenfeld schon  immer versucht hat, neue Wege zu gehen, um das Lern- und Arbeitsklima für  Schüler und Lehrer an der Einrichtung zu verbessern.
In der Folgezeit entstanden viele  Arbeitsgemeinschaften, die das Schulleben bereicherten. So gab es zum Beispiel  AGs für Akkordeon, Violine, Klavier, Gitarre, Blockflöte und Junge Rezitatoren.  Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die Sportarbeitsgemeinschaften und diejenigen  für Malen und Zeichnen, Zoologie und Botanik sowie für Geschichte. Der neu  entstandene Pionierchor trat oft zu Veranstaltungen in den umliegenden  Betrieben und im Feierabendheim auf.

Das  Lengenfelder Lehrerkollegium der Mittelschule Lengenfeld Mai 1956      
von hinten links: Bernhardt Reidt, … Roth, Wolfgang Brau; Christa Meyer, …  Keilhau, Edgar Schaarschmidt, Elise Drechsel, Martina Walther, Heinz Suhr,  Ernst Leistner, Ernst Gruner, Curt Gerber, Walburga Duy, Gertrud Diener, Heinz  Kurzke, Osmar Morgner,… Schubert, Brigitte Seifert, Rosemarie Hink, Charlotte  Singer, Hermann Gerisch, Walter Constin, Walter Barth, Wolfgang Schäfer,  Philipp Windisch, Manfred Riedel, Rainer Rorarius

 

 

Die verheerende Hochwasserkatastrophe von 1954 hatte auf unsere Schule keine Auswirkungen. Aufgrund ihres Standortes  konnten zum Glück die Wassermassen nicht bis zu den Gebäudeteilen vordringen.

Der absolute Höhepunkt des Jahres 1956 wurde  das Lengenfelder Schul- und Heimatfest vom 30. Juni bis 3. Juli. Was die  Einwohner an Veranstaltungen auf die Beine stellten, war für damalige  Verhältnisse einfach toll und zeigte die Verbundenheit der Menschen mit ihrer  Stadt und ihrer Schule. Hermann Gerisch und Curt Gerber bearbeiteten  eine liebevoll gestaltete Festschrift mit abwechslungsreichen Beiträgen.

Herausragend  war der große Festumzug durch Lengenfeld.
Welch fröhliche und ausgelassene  Stimmung damals herrschte, kann man heute noch auf einem damals entstandenen  Film erleben. Eine Kopie dieser „Dokumentation“ ist im Besitz unserer Schule.

Im Jahre 1958 wurde der polytechnische  Unterricht eingeführt. Damit entstand in Lengenfeld die zehnjährige  Polytechnische Oberschule, kurz POS genannt.
Es kam zu vielen Veränderungen. Als erstes  erhielt unsere Schule eine neue Heizanlage. Weiterhin wurde das Dachgeschoss  ausgebaut, und so entstanden auf dem Boden ein Biologieunterrichtsraum und zwei  Räume für das Fach Werken. Im Keller errichtete man eine Küche und einen  Speiseraum. Hier hatten die Schüler die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zu  bekommen. Im Musikzimmer wurde die Ausstattung erneuert. Das Gleiche vollzog  sich für die Fachunterrichtsräume Chemie und Physik und den Zeichensaal.


Beliebt bei unseren Schülern waren die  Schulferienlager. Von 1957 bis 1964 wurden von der Schule dreiwöchige Zeltlager  erst in Kloster an der Saaletalsperre und später in Auma bei Weida zur Erholung der Schüler  organisiert.

Höhepunkt im Leben der Schüler der 8. Klassen waren die Jugendweihefahrten, die viele Jahre für eine Woche nach Berlin führten. Dies war möglich,  weil es einen Quartieraustausch zwischen Lengenfeld und einer Schule in  Berlin-Mitte gab.

 

 Der  Bau des Lehrschimmbeckens

Ein Meilenstein in  der Entwicklung der Schule war der Bau des Lehr-schimmbeckens. Es war ein Traum  von Schuldirektor Osmar Morgner, der den Raum unter der alten Turnhalle dafür  nutzen wollte. Offiziell standen keine bzw. nur geringe bilanzierte Mittel für  solch einen Bau zur Verfügung.

Ein solches Vorhaben konnte also nur in  Eigenleistung und mit Hilfe der in Lengenfeld angesiedelten Betriebe bewältigt  werden. Im so genannten Nationalen Aufbauwerk (NAW) leisteten Eltern, Schüler  und Lehrer 19.000 freiwillige Stunden. Betriebe stellten Baumaterial und  Baugeräte, wie Förderbänder, Schalungsmaterial, Presslufthämmer und Geld zur Verfügung.
Der Raum unter der Turnhalle war bis zu 60 cm Höhe wieder  angefüllt worden. Das zum Teil aufgeschüttete Erdreich musste in Handarbeit  entfernt werden. Schließlich konnte am 30.04.1961 das Lehrschwimmbecken  feierlich eingeweiht werden. Selbst der Deutsche Fernsehfunk der DDR brachte  darüber einen Bericht.

In der Zeit der Einheitsschule gehörte auch  die Unterstufe, die heutige Grundschule „Am Park“, zu unserer Schule.  Inzwischen kamen neben den Schönbrunnern auch die Kinder aus Plohn und Pechtelsgrün  nach Lengenfeld. Somit erreichten wir die absolute Höchstzahl an Schülern, die  je an unserer Schule lernten, 1228 Kinder in 44 Klassen, die von 84  pädagogischen Mitarbeitern betreut wurden.

Aufgrund dieser gewachsenen Schülerzahlen  reichte die Kapazität der viel zu kleinen Küche in der Schule nicht mehr aus.  Im ehemaligen „Sächsischen Hof“ (Hauptstraße 16) wurden die vorhandenen  Räume zu einer Schülergaststätte mit dazugehörigem Speisesaal ausgebaut. Ab  Anfang Mai 1977 konnten alle Kinder dort zu Mittag essen. Die alte Küche in der  Schule diente zur Milchversorgung unserer Schüler. Auch zur Freizeitgestaltung  wurden die Räume zeitweise genutzt. Der Schulhort zog im Januar 1978 in die neu  hergerichteten Räume des Hauses Otto-Nuschke-Straße 16 (jetzt Hauptstraße) um.
Im Jahr 1976 erhielt unsere Schule den Namen  von Nikolai Ostrowski (1904-1936, „Wie der Stahl gehärtet wurde”), und im Jahre 1978  besuchte die Witwe von Nikolai Ostrowski, Raissa Ostrowskaja, die Lengenfelder  Schule und unsere Stadt.
Wie schon erwähnt, platzte aufgrund der  Schülerzahlen unsere Schule fast aus allen Nähten. So kam es, dass am 18. Juni  1980 der Grundstein für eine neue polytechnische Oberschule im Parkgelände  gelegt wurde. Sie wurde als Typenbau in Plattenbauweise durch die ZBO  Göltzschtal erbaut.
Am 20.12.1980 war die Übergabe der Schule,  und am 2. März 1981 begann der Schulbetrieb an der neuen Lessingschule am Park.  Direktor wurde Osmar Morgner, und die Stadtschule übernahm bis 1986 Werner  Kunert. Danach wechselten an der Ostrowskischule mehrmals die Direktoren. Von  1986 bis 1988 leiteten Jürgen Cralischeck, von 1988 bis 1990 Christian Jacob  und von 1990 bis 1992 Rainer Groß diese Schule.
 In den 80er Jahren nahmen die  gesellschaftlichen Widersprüche in der damaligen DDR immer mehr zu, welche auch  an unserer Schule ihre Spuren hinterließen. Als im Herbst 1989 die  Montagsdemonstrationen die friedliche Revolution in der DDR bewirkten, nahmen  auch Lehrer und Schüler unserer Schulen in ihren jeweiligen Heimatorten daran  teil. Ähnlich wie bei unseren Schülern kamen auch viele unserer Lehrer aus  Orten und Städten, welche in der Umgebung von Lengenfeld liegen. Nach dem  Zusammenbruch des SED-Regimes gab es auch an unseren Schulen einen großen  Freiraum zum Ausprobieren neuer Unterrichtsmöglichkeiten und -methoden.